5. Naginata Weltmeisterschaft in Himeji, Japan (2011)

Die 5. Naginata Weltmeisterschaft 2011 wurde am 03.07.2011 im Himeji, Japan ausgetragen. Für viele Naginataka aus den insgesamt 12 teilnehmenden Ländern galt dies sicherlich nicht nur angesichts des doppelten Jubiläums ? die fünfte Austragung der Weltmeisterschaft sowie das 20-jährige Bestehen der International Naginata Federation ? insbesondere jedoch aufgrund des Austragungsortes im „gelobten Land“ des Naginata als ein einmaliges Ereignis.

Nach der Mannschaftssichtung zu Beginn des Jahres und intensivem Training in den folgenden Monaten, unterstützt durch viele ehemalige Mannschaftsmitglieder, wurden für das Deutsche Team Jonas Marczy (1.Kyû), Mark Littlewood (2.Dan) und Andreas Nicol (3.Dan) ausgewählt.
Höhepunkt der Vorbereitung war ein abschließendes Training im Senshinkan Dôjô in Suita, Japan, dem Heimatdôjô von Nationaltrainer Andreas. Neben dem letzten Schliff durch Yamaô Sensei, der vorstehenden Lehrerin des Dôjô, ergab sich hierdurch insbesondere die Gelegenheit, sich mit den klimatischen Verhältnissen im hochsommerlichen Japan vertraut zu machen.

An einem sonnigen Sonntag startete schließlich im Schatten der Burg von Himeji im dankenswerterweise klimatisierten Hyôgo Kenritsu Budôkan (Budôkan der Präfektur Hyôgo) die 5. Naginata Weltmeisterschaft. Unterstützung und Betreuung erhielt die Deutsche Mannschaft dabei von der eigens angereisten Deutschen Fankurve Gabi Schröder sowie der durch die INF bereitgestellte Übersetzerin Yuka Fujiwara.

Im Engi standen schließlich Andreas Nicol und Mark Littlewood in ihrer ersten Begegnung dem Australischen Team Simon Larsen und Daniel Strenger gegenüber, mussten sich jedoch mit zwei zu drei Punkten geschlagen geben.

Die Einzelkämpfe hielten bereits in den ersten Runde starke Gegner für die Deutschen Kämpfer bereit: Jonas Marczy trat gegen Jakob Ryngen (SWE, 4.Dan) an und setzte, nach den Vorgaben der Hauptschiedsrichterin Kimura Sensei, vor allem auf korrekte und saubere Technik, erhielt jedoch einen schnellen Gegentreffer und konnte diesen vor Ende der Kampfzeit nicht mehr ausgleichen. Andreas Nicol traf auf den später zweitplatzierten Alexander Bennett (NZL, 4. Dan), konnte sich jedoch trotz großer Angriffslust gegen den erfahreneren Gegner nicht durchsetzen und unterlag schließlich mit nur einem Gegentreffer. Mark Littlewood lieferte sich ein ausgeglichenes Duell mit Sayô Ôshima (USA, 2.Dan), gelangte durch Hantei in die nächste Runde, um nach nur kurzem Kampf Tyl Dermine (BEL, 3.Dan) zu unterliegen.

Bei den Mannschaftsbegegnungen trat die Deutsche Mannschaft in der ersten Runde gegen Neuseeland an. Hier rettete Jonas Marczy mit einem Punkt in der Verlägerung und damit einem Sieg gegen Glenn Selwyn (1.Dan) die Deutsche Ehre, während Mark Littlewood gegen Hamish Robinson (4.Dan) mit einem Gegentreffer unterlag und Andreas Nicol in seiner nun wiederholten Begegnung mit Alexander Bennett nach erneut hartem Kampf die Revanche nicht gelang.

Im weiteren Verlauf des Turniers gab es erneut weitere spannende Kämpfe zu beobachten. Nicht nur die Japanische Mannschaft machte ihrem Motto „Impressive Naginata“ alle Ehre, beeindruckte durch präzise Technik, Erstplatzierungen in allen Kategorien und nicht zuletzt einer seit einem Jahr vorbereiteten Rythm Naginata Vorführung. Mit seiner Zweitplatzierung im Einzelkampf der Herren erreichte Alexander Bennett schließlich die höchste jemals erreichte Einzelplatzierung eines Nichtjapaners im Verlauf der Weltmeisterschaft. Zum Abschluss der Weltmeisterschaft wurden Kämpfe zwischen hochrangigen Kendô- und Naginatakämpfern vorgeführt, welche mit der offiziellen Ansage „Naginata defeated Kendô“ beendet wurden.

In den auf das Turnier folgenden Tagen nahm die Deutsche Mannschaft am Seminar der INF teil. Durch die große Anzahl japanischer Lehrerinnen, unter anderem die japanische Nationaltrainerin, sowie den Austausch mit Naginataka aus aller Welt gab es wieder viele wertvolle Erfahrungen zu sammeln, um auch dem Niveau im Heimatland einen weiteren Aufschwung zu geben. Kleine Erfolge gab es hier insbesondere für die Deutsche Mannschaft: Andreas Nicol bestand die Prüfung zum INF-Schiedsrichter. Mark Littlewood erlangte bei einem kleinen Turnier zum Abschluss des Seminars Siege gegen S. Katô (JPN, 3.Dan) und S. Larsen (AUS, 3.Dan), um sich im Finale gegen T. Dermine (BEL, 3.Dan) über einen zweiten Platz zu freuen. Jonas Marczy erlangte nach erfolgreicher Prüfung seinen ersten Dan-Grad.

Die nächste Weltmeisterschaft und klimatische Herausforderung wird 2015 in Canada stattfinden. Erste Interessenten dürften bereits in den Startlöchern stehen.

 

 

Text: Mark Littlewood
Bilder: Andreas Nicol

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