7. Naginata Europameisterschaft in Mainz, Deutschland (2010)

Spannende Kämpfe und Ehrengäste:
Die 7. Naginata Europameisterschaft zu Gast in Mainz

Fast 18 Monate Vorbereitungszeit waren für drei Tage internationaler Sportfreundschaft vom 05. bis zum 07. November 2010 notwendig. Der Deutsche Naginata Bund e. V. (DNagB) empfing insgesamt rund 120 Gäste aus zehn Ländern, um im Rahmen der siebten Naginata Europameisterschaft (EM) die besten Sportler zu ermitteln. Es war das erste Mal, dass eine EM nach Deutschland kam, die zudem noch vom japanischen Generalkonsulat als Pre-Event zu den Feierlichkeiten anlässlich 150-jähriger Freundschaft Deutschland/Japan anerkannt wurde. Entsprechend war es den Vertretern des DNagB eine große Freude und Ehre Seine Exzellenz Herrn Generalkonsul Shigeeda sowie dessen Gattin als Ehrengäste begrüßen zu dürfen. Ebenso freuten wir uns über den Besuch von Frau Augustin, Präsidentin des Landessport­bundes Rheinland-Pfalz, die als Ehrengast von der Tribüne aus die Wettkämpfe der 7. EM verfolgte und über Herrn Strotkötter, seines Zeichens Ortsvorsteher von Mainz-Laubenheim, der beim Freundschaftsturnier (Goodwill) als Ehrengast zugegen war.

Das Goodwill bildete am 05. November 2010 den Auftakt zur EM, bei dem alle Kämpfer starten durften, die sich nicht in ihren Ländern für die Nationalteams qualifiziert hatten. Mit vollem Einsatz behaupteten sich dabei einige Naginata-Sportler, die bis dato noch wenig international bekannt waren. Einen Überraschungserfolg errang Dennis Hielscher (Deutsch­land) in der Kategorie 5. bis 2. Kyû, der sich nur knapp Vertretern aus der Ukraine und Belgien geschlagen geben musste und es auf den dritten Platz schaffte. Martin Röthig (Deutschland) überzeugte in der Kategorie 1. Kyû bis 3. Dan die Schiedsrichter durch seinen Willen und Mut und wurde dafür mit dem Kampfgeistpreis (Fighting Spirit) belohnt.

Auch die Wettkämpfe der EM am Folgetag brachten einige Überraschungen mit sich. Jonas Marczy, Mitglied des deutschen Nationalteams 2010, trat gegen Tyl Dermine aus Belgien an, der zu den europaweit erfolgreichsten Kämpfern gehört. Nach einem dynamischen und spannenden Kampf unterlag Marczy nur knapp, beeindruckte aber dennoch und gewann den Fighting Spirit in der Kategorie Einzelkampf der Männer. Bei den Frauen kämpfte sich im Halbfinale auf deutscher Seite Ines Klose im Einzelkampf der Frauen bis auf den dritten Platz nach vorne und erreichte damit zum ersten Mal eine Platzierung bei einer EM. Auch im anschließenden Teamkampf bewiesen die deutschen Naginata-Sportler, dass sie einiges zu bieten haben, obwohl Naginata in Deutschland erst seit wenigen Jahren ein fester Bestandteil der Sportlandschaft ist. Dennoch siegte das Team aus der Tschechischen Republik verdient 3:2 gegen Deutschland und schaffte damit den dritten Platz hinter Frankreich (2. Platz Team­kampf) und Belgien (1. Platz Teamkampf), die auch dieses Jahr wieder sehr starke Kämpfer ins Rennen geschickt hatten.

Der DNagB bot seinen Gästen aber nicht nur zwei Tage voller Wettkämpfe, ein Seminar und Prüfungen (07.11.2010), sondern auch ein Rahmenprogramm, das den historischen Aspekt der Waffe Naginata betonte. Neben einem Vortrag zu historischen Klingenformen bzw. Naginata-Varianten „zum Frühstück“ gab es für die Teilnehmer parallel zu Prüfungen und Seminar ganztägig eine Ausstellung von Repliken japanischer Samurairüstungen. Da solche zusätz­lichen Programmpunkte bei einer Naginata EM durchaus ungewöhnlich sind, war die Überraschung auf Seiten der Teilnehmer groß und die Resonanz ausgesprochen gut. Auch erfahrene Naginata-Kämpfer, die bereits etliche internationale Wettkämpfe miterlebt haben, lobten die neuen Ideen sowie den reibungslosen Ablauf des gesamten Wochenendes. Dabei war wohl das erfreulichste Lob, dass die 7. EM einen neuen Standard für zukünftige Wettkämpfe gesetzt habe. Insgesamt kann der DNagB auf ein ebenso schönes wie an­strengendes und erfolgreiches Wochenende zurückblicken, das sicherlich allen Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Rüstungsrepliken der Takeda-Gruppe aus Nordrhein Westfalen

 

Verschiedene Übungen beim Seminar.

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